|
Geschichte des Seeclubs Rorschach
Der Seeclub Rorschach wurde im Jahre 1921
gegründet. Drei Boote wurden mit einem Darlehen angeschafft, in einem
Industrieschuppen untergebracht und die Planung eines Bootshauses
eingeleitet. 1927 konnte auf einer damals weit ausserhalb der Gemeinde
Goldach liegenden Parzelle das Bootshaus im „Rietli“ bezogen werden. Bis in
die frühen Nachkriegsjahre standen die gesellschaftlichen Aktivitäten
eindeutig im Vordergrund und nahmen gegenüber den ruderischen Anlässen einen
überaus grossen Umfang an. Man bewegte sich wohl öfter auf dem Tanzparkett
als auf dem Wasser. Die gesellschaftliche Stellung des Seeclubs war hoch, es
galt zum guten Ton der damaligen Rorschacher Gesellschaft, dem Seeclub
anzugehören.
Erst Ende der 50-er Jahre wurde die
Entwicklung zum heutigen vielseitigen Verein mit Leistungs- und Breitensport
eingeleitet. Neben der Weiterführung des Fitnessruderns wurde nun das
Regattarudern gezielt gefördert und bis zu einem hohen Niveau entwickelt.
Entsprechend musste die Infrastruktur angepasst werden: 1967 wurden im
Rietli Duschen und Garderoben erneuert und ein Clubzimmer eingebaut und
schon 10 Jahre später wurde das Bootshaus mit einem zweiten Schiff
erweitert.
Mit der Abkehr vom reinen Männerverein Mitte der 90-er Jahre
wurden dann die sanitären Anlagen erneut modernisiert und ein weiterer
Anbau realisiert. Durch den Ankauf von Fitnessgeräten aus einer Konkursmasse
konnte ein vollwertiger Kraftraum eingerichtet werden.
1996 konnte gar ein zweites Bootshaus am
Altenrhein in Betrieb genommen werden. Die windgeschützte Lage am Altenrhein
ermöglicht bei jeder Witterung einen optimalen Trainingsbetrieb und dürfte
der Grundstein sein für viele Erfolge der Rorschacher Ruderer.
An den olympischen Sommerspielen in Seoul 1988 erkämpften sich Ueli Bodenmann und der Berner Beat Schwerzmann im Doppelzweier überraschend die Silbermedaille. Acht Jahre später krönten die Gebrüder Michael und Markus Gier ihre Karriere im Leichtgewichtsdoppelzweier mit dem sensationellen Olympiasieg.
Atlanta' 96 gilt als Markstein in der Clubgeschichte, belegten doch an derselben Olympiaregatta Ueli Bodenmann und Simon Stürm den 5. Platz im Doppelvierer des Schweizerischen Ruderverbandes. Gleichzeitig wirkten Pierre Hofer und Arjan Klein als Coach, Arzt und Physiotherapeut mit. Walter Kägi leitete als Verbandspräsident jene Spitzendelegation. Der Rudersport avancierte damals zum erfolgreichsten Sommersportverband innerhalb von "Swiss Olympic" - und profitierte zu einem grossen Teil vom Knowhow sowie der leidenschaftlichen Einstellung unserer sieben (!) Clubmitglieder. Diese Highlights gelten auch als Höhepunkte des Lebenswerkes unseres Clubförderers und Freundes Gust Maier.
Aber auch die Fitness- und Breitensportler weichen bei schlechten Wasserverhältnissen gern
auf den Altenrhein aus. Dank dieser Anlage hat sich das Rudern in Rorschach
zum Ganzjahressport entwickelt, kann doch auf dem Altenrhein auch bei tiefen
Temperaturen gefahrlos trainiert werden.
Im
Artikel 1 der Statuten (pdf, 1M) wird die Pflege und Förderung des Rudersportes
gleichbedeutend genannt wie der gesellschaftliche Zusammenschluss seiner
Mitglieder. Der Seeclub ist deshalb nicht nur leistungsorientiert auf seine
Regattaabteilung ausgerichtet sondern gewichtet die Förderung des
Breitensportes ebenso stark. Ruderer jeden Alters stehen vielseitige
Möglichkeiten offen. |